• Moderner Fußball um 1900

    Moderner Fußball … „[…] it is evident that football is quite an ancient game. Time alters everything, and it has undoubtedly done so in football. Where one used to play with half the village on one side and the same on the other, it is now restricted to sides composed of eleven players. As I have been requested to write on the modern game it is not worth while dwelling upon how it was played a hundred years ago. Football is really supposed to be a Scottish game, but it was in England that a proper Association with defined rules was first started.“ (John Cameron: Association Football and How to…

  • Das Morley-Doodle und falsche Berichte

    Am 16. August 2018 veröffentlichte Google ein Doodle zu Ehren des 187. Geburtstags von Ebenezer Cobb Morley in Kuba, Peru, Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Neuseeland, Australien, China, Vietnam, Indien, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Polen, Litauen, Estland, Deutschland und im Vereinigten Königreich. Allein in Googles Beschreibung des Doodles wimmelt es von Fehlern oder zumindest streitbaren Äußerungen, die ich in diesem Beitrag benennen möchte. Und euch dazu animieren möchte, nicht alles für bare Münze zu nehmen. Dass ich mich überhaupt mit der Entwicklung der Fußballregeln und -regelwerke beschäftige, hat mangelndes quellenbasiertes Arbeiten als Ursache. Auf der Suche nach Jahreszahlen merkte ich, dass sich Jahreszahlen widersprachen und das nur in allerseltensten Fällen auf die zeitgenössische Quelle (z.B.…

  • Vom Kaiserreich zur Kommerzialisierung: Deutschland und der moderne Fußball

    „Moderner Fußball“ ist ein Schlagwort. Ein Schlagwort, das in Zeiten von wankendem 50+1, zunehmender Kommerzialisierung, zerstückelter Spieltage etc. vorwiegend negativ konnotiert ist. Aber war der Fußball vorher alt? Antik? Natürlich mitnichten. Etymologisch betrachtet, bedeutet modern nichts anderes als „modisch/nach heutiger Mode“. Synonyme sind Adjektive wie aktuell, neu(artig), zeitgemäß und meinen damit auch fortschrittlich und etwas, das gerade eben („modo“) beliebt geworden ist. Ähnlich definiert es auch der Duden. So gesehen geht es bei der Frage nach modernem Fußball um die Phase, in der Fußball bei der Masse der Bevölkerung und nicht nur ein paar Nerds beliebt und in der die ursprüngliche Form weiterentwickelt wurde. Es soll hier nur um den Beginn des…

  • Vom Gentlemen- zum Arbeitersport: England und der moderne Fußball

    „Moderner Fußball“ ist ein Schlagwort. Ein Schlagwort, das in Zeiten von wankendem 50+1, zunehmender Kommerzialisierung, zerstückelter Spieltage etc. vorwiegend negativ konnotiert ist. Aber war der Fußball vorher alt? Antik? Natürlich mitnichten. Etymologisch betrachtet, bedeutet modern nichts anderes als „modisch/nach heutiger Mode“. Synonyme sind Adjektive wie aktuell, neu(artig), zeitgemäß und meinen damit auch fortschrittlich und etwas, das gerade eben („modo“) beliebt geworden ist. Ähnlich definiert es auch der Duden. So gesehen geht es bei der Frage nach modernem Fußball um die Phase, in der Fußball bei der Masse der Bevölkerung und nicht nur ein paar Nerds beliebt und in der die ursprüngliche Form weiterentwickelt wurde. Es soll hier nur um den Beginn des…

  • Die Quintessenz des Spieles

    Am 19. Februar 1899 machte die Wiener Allgemeine Sport-Zeitung bekannt((Vgl. NN: Die Oxforder Mannschaft in Wien. In: Allgemeine Sport-Zeitung [Wien], 19.02.1899. S. 192. Letzter Zugriff: 04.03.2018.)), dass der Oxford University Association Football Club zu Spielen in Prag und Wien über die Ostertage nach Österreich reiste. Einem damals sehr erfolgreichen Club der Football Association, der als Universitätsverein nun in der Liga der Fußballmannschaften von britischen Universitäten und Colleges der Midlands-Region (um Birmingham), spielt. Die Spiele gegen den Deutschen Fußballclub und Slavia (beide Prag) fanden Ende März statt, die Spiele in Wien Anfang April. Der Artikel stellt außerdem die Mannschaft des Oxford University AFC mit vorherig besuchtem College, Größe, Gewicht, Position und…

  • Der feine Sportlikör „Hahohe“

    Kurz stutzte ich, als ich in der wöchentlich erschienenen Arbeitssport-Zeitschrift namens Freie Sport-Woche die Überschrift „Wer kennt den feinen Sportlikör ‚Hahohe‘?“ las. Werbung? – Nein. Kommt daher der Ruf der Hertha-Fans? – Nein, den gab es schon vorher und gab dem Likör den Namen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es sich bei dem Artikel um die Wahrheit oder eine Verulkung des „bürgerlichen Fußballsports“ durch die Arbeitssport-Zeitschrift handelt. „Bürgerlich“ bezeichnet diese Zeitschrift Vereine, die zum DFB gehörten und professionell und kapitalistisch agierten – im Gegensatz zum Arbeitersport. Vielleicht kennt jemand den Likör oder weiß, dass es nur eine Verspottung ist. Ergänzung: Dank @blauesgehirn weiß ich nun, dass Willi Kirsei kein Unbekannter,…

  • Das Ockenheimer Roth im Binger Wald

    Ein Distrikt des Binger Waldes nennt sich Ockenheimer Rod/Roth. Gottfried Erckmann beschreibt den Bereich in seinem 1930 erschienen Buch über den Binger Wald auf mehreren Seiten. [1]Vgl. Erckmann, Gottfried: Der Binger Wald. Bingen: Pennrich 1930. S.44-53, 60. URL: http://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/979651 (Letzter Zugriff: 02.02.15). So auf Seite 44: »Das Ockenheimer Rod schneidet aus dem Ingelheimer Wald die Nordostecke heraus. Es gehörte ehemals, ebenso wie der Dichtelbacher Wald, wie auch aus der Fabricius’schen Karte III – „Die Herrschaften des unteren Nahegebietes um das Jahr 1430“ – zu ersehen ist, politisch zum Pfalz-Simmerischen Territorium (seit der Teilung der pfälzischen Lande unter die Söhne König Ruprechts im Jahre 1410), und es setzt sich aus vier Abteilungen…

  • Ockenheim, Okegem und Ockeghem, Teil 3

    Nach etwas Pause habe ich mich wieder mit Ockenheim, Okegem und Ockeghem beschäftigt. Auf der Homepage des Heemkring Okegem wird als mögliche etymologischer Ursprung von Okegem oder „Oggenem“, wie Ockenheim im heimischen Dialekt ausgesprochen wird, der frühmittelalterliche, friesländische Schlachtenheld „Hocke“ genannt. Darauf wurde schon eingegangen. Ich nahm per E-Mail mit dem Vorsitzenden des Vereins, Herman van Isterdael, auf, der mir binnen drei Stunden eine herzliche Antwort schrieb. Viel könne er mir nicht helfen, wünsche mir aber viel Erfolg für die Zukunft. Über den Herkunft des Ortsnamens wisse er nicht mehr als in dem Beitrag geschrieben. „De familienaam „Van Ockenghem“ kwam onder andere voor te Dendermonde. Er is ooit een studie verschenen om Dendermonde als…

  • OT: Unbekannte Geheimschrift

    Diese Geheimschrift hat nur indirekt mit Ockenheim zu tun. Genau genommen nur die Tatsache, dass sie dem Notizbuch eines Ockenheimers entnommen wurde. Nämlich dem Notizbuch meines Uropas Nikolaus Weinheimer. In dem (spätestens ab) 1903 bis 1924 geführten und nur sporadisch gefüllten Notizbuch finden sich vorwiegend landwirtschaftliche Angaben: Wo welche Pflanzen gekauft wurden, wann was geerntet wurde und wie die Ernte ausfiel, usw. Und mittendrin eine eine halbe Seite mit dieser Geheimschrift (zwischen 1908 und 1924 notiert). Da meine bisherige Suche nach der Geheimschrift ergebnislos war, bin ich dankbar für Hinweise oder sogar die Lösung. Möglicherweise hat er sie sich aber auch selbst ausgedacht. Bildnachweis: Petra Tabarelli: Geheimschrift aus Notizbuch von Nik.…

  • Datenauswertung in practise

    Ich bin gerade mal wieder mit der Feldpost von Philipp Weinheimer beschäftigt. Mit einem Update zur abgeschlossenen Auswertung am Ende des Artikel. Ich habe nun die Hälfte der Feldpostdaten systematisch gesammelt – allerdings erst die des Eingangs. Ich nutze dafür, recht primitiv, Excel. Senkrecht links die Namen, die ich dann und dann alphabetisch sortiere und waagerecht die einzelnen Stationen. Letztere auch mehrfach genannt, wenn Weinheimer nach einem Urlaub dorthin zurückkehrte oder dort seinen Urlaub verbrachte. Die zweite Spalte ist formatiert und summiert alle in der Zeile genannten Zahlen. Zunächst trage ich Postkarten, Briefe und Päckchen in einzelne Zellen ein (siehe rechts im Bild), die ich nach Abschluss der Spalte dann…