• OT: Unbekannte Geheimschrift

    Diese Geheimschrift hat nur indirekt mit Ockenheim zu tun. Genau genommen nur die Tatsache, dass sie dem Notizbuch eines Ockenheimers entnommen wurde. Nämlich dem Notizbuch meines Uropas Nikolaus Weinheimer. In dem (spätestens ab) 1903 bis 1924 geführten und nur sporadisch gefüllten Notizbuch finden sich vorwiegend landwirtschaftliche Angaben: Wo welche Pflanzen gekauft wurden, wann was geerntet wurde und wie die Ernte ausfiel, usw. Und mittendrin eine eine halbe Seite mit dieser Geheimschrift (zwischen 1908 und 1924 notiert). Da meine bisherige Suche nach der Geheimschrift ergebnislos war, bin ich dankbar für Hinweise oder sogar die Lösung. Möglicherweise hat er sie sich aber auch selbst ausgedacht. Bildnachweis: Petra Tabarelli: Geheimschrift aus Notizbuch von Nik.…

  • Datenauswertung in practise

    Ich bin gerade mal wieder mit der Feldpost von Philipp Weinheimer beschäftigt. Mit einem Update zur abgeschlossenen Auswertung am Ende des Artikel. Ich habe nun die Hälfte der Feldpostdaten systematisch gesammelt – allerdings erst die des Eingangs. Ich nutze dafür, recht primitiv, Excel. Senkrecht links die Namen, die ich dann und dann alphabetisch sortiere und waagerecht die einzelnen Stationen. Letztere auch mehrfach genannt, wenn Weinheimer nach einem Urlaub dorthin zurückkehrte oder dort seinen Urlaub verbrachte. Die zweite Spalte ist formatiert und summiert alle in der Zeile genannten Zahlen. Zunächst trage ich Postkarten, Briefe und Päckchen in einzelne Zellen ein (siehe rechts im Bild), die ich nach Abschluss der Spalte dann…

  • „Ich schrieb verhältnismäßig viel.” – Eine erste Auswertung

    Wie schon angekündigt, habe ich mich mit der detaillierten Auflistung von erhaltener und versandter Post von Philipp Weinheimer beschäftigt. Er schrieb zwischen 1940 bis März 1945 insgesamt 1459 ((Philipp Weinheimer schrieb schon auf der ersten Seite des Postausgangs: „Ich schrieb verhältnismäßig viel. Zuerst im R.A.D. in Dahnen (Eifel)“, S. 70. Er schrieb durchschnittlich knapp eine Karte, Briefe oder ähnliches pro Tag, sofern man die Dauer der fehlenden Einträge und Urlaube in Ockenheim nicht mitzählt.)) an Karten und Briefen (auch wenigen Telegrammen) und erhielt 714 an Briefen, Karten, Päckchen, Telegrammen und auch Zeitungen ((Zwei von der NSDAP, eine nicht näher genannte von Fr. Bierschenk aus Ockenheim.)). Die geschriebene Post besteht vor…

  • “Aus dem Soldatenleben”

    Nachdem ich vor einigen Wochen bereits Erinnerungen von Philipp Weinheimer zu seiner dritten Verletzung 1944 veröffentlicht habe, folgen nun drei weitere Seiten über seine Zeit als Soldat zwischen 1940 und 1942, die er in einer Kladde veröffentlicht hat. In dieser Kladde “Kriegstagebuch” sammelte er während des 2. Weltkrieges diverse Erinnerungen, die teilweise in folgenden Blogbeiträgen veröffentlicht werden. Denn in der Kladde enthalten sind auf der ersten Seite seinen verschiedenen Feldpostnummern[1]Zunächst an zwei verschiedenen Stationen als “Arbeitsmann”, dann als “Fahrer” der Augusta-Kaserne in Koblenz-Pfaffendorf, als “Soldat” und schließlich wieder als … Continue reading Im folgenden schildert er knapp seinen Wechsel vom Reichsarbeitsdienst bis zur ersten Verwundung (1940-1942), die im Folgenden transkribiert wiedergegeben wird.…

  • 24. Juli 1944, St. Petersburg. Ein Brief von Philipp Weinheimer

    Edition eines undatierten Briefes von Philipp Weinheimer (1921-2006), der Ende des 2. Weltkrieges an der Front in St. Petersburg stationiert war. Im Brief blickte er auf den 24. Juli 1944 zurück, als ein russischer Angriff ihn schwer am Arm verwundete. Zuvor war er als Soldat bei der unsäglichen Leningradblockade beteiligt, aber bereits Mitte Januar mit einer schweren Armverletzung ausgeflogen worden. “24. Juli 1944 …….. Der Tag beginnt, ohne daß er sich von den vorherigen wesentlich unterschieden hätte. Nur die unheimliche Waffenruhe des Russen am Vortrage drückt auf die Stimmung. Was wird der Montag bringen? Wir hatten am Sonntag mit einem russischen Angriff gerechnet …. Ich hatte von 2-4 Uhr Posten…

  • Die Wiedergründung 1947

    Nachdem während des Dritten Reiches mache Vereine verboten, manche mit anderen zusammengeschlossen worden waren, kam es in den Jahren nach 1945 zu einer Reihe von Wiedergründungen von Vereinen. Leider gibt es keine Untersuchung zu den Vereinswiedergründungen, die allgemeinen Charakter besitzt; vielmehr existieren mehr oder minder wissenschaftliche Untersuchungen zu einzelnen Vereinen, die jedoch nicht in Relation mit anderen gesetzt werden. So fällt es mir derzeit schwer, die Wiedergründung des MGV 1866 im Jahre 1947 zu beurteilen. Die “Wiederverselbstständigung” In Folge der Gleichschaltung während der nationalsozialistischen Diktatur wurden die beiden Männergesangvereine Ockenheims, der MGV 1866 und dessen spätere Abspaltung, der MGV 1903 Einigkeit, zum MGV 1866 Einigkeit zusammengeschlossen. Dieser Verbund hielt allerdings…

  • Aufarbeitung des ersten Protokollbuches abgeschlossen

    Die Dokumentation zur Edition der ersten Protokollbuches und Kassenbuches ist abgeschlossen: Für den Zeitraum von 1893 bis 1937 sind insgesamt 280 Namen von Vereinsmitglieder (die meisten davon Aktive), 80 genannte Lieder sowie alle im Protokollbuch geschilderten Ereignisse und der Vorstand dokumentiert. Außerdem sind alle erwähnten Theaterstücke, die bei diversen Abendveranstaltungen aufgeführt wurden in meiner Datei aufgelistet. Personenverzeichnis Das Personenverzeichnis dient für anschließenden prosopographische Untersuchungen. Dank noch lebender Zeitzeugen oder Nachkommen wird meine Datenbank hoffentlich noch stark wachsen. Übersicht über die gesungenen Lieder Die Übersicht enthält nur die erwähnten Lieder und damit nur eine kleine Auswahl. Auch hier schließen sich weitere Forschungen zu den Komponisten der diversen Lieder an. Einige Liederbücher des…

  • Kriegsalltag im Protokollbuch

    Schrieb ich zuletzt, die Einträge während des zweiten Weltkrieges waren spärlich? Nun zugegeben, das Vereinsleben ruhte ab 1939 beinahe vollständig, aber immerhin zwölf Seiten wurden in den Kriegsjahren beschrieben; wobei für 1942, 1944 und 1945 keine Einträge vorhanden sind. Hier die Aufzeichnungen des damaligen Schriftführers Johann Siegel zum Krieg sind im Folgenden zusammengestellt (alle aus dem zweiten Protokollbuch, 1937 – 1965): [S. 15-16/24.09.39] An diesem Tage war bei Mitglied H. [Namen stets abgekürzt] eine Vorstandssitzung einberufen. Der seit dem 1. September herrschende Kriegszustand mit Polen, dem auch der für den 29. August vorgesehen Vereinsausflug zum Opfer fiel, machte es notwendig[,] einige Vorkehrungen zu treffen. Es wurde daher beschlossen, falls der…

  • Forschungen zur Vereinsgeschichte

    Seit Beginn des Jahres befasse ich mich mit der Vereinsgeschichte des ältesten Ortsvereins, des Männergesangvereins 1866 Ockenheim. Es sind zwei Protokollbücher, zwei Kassenbücher und für die letzten Jahrzehnte mehrere Ordner überliefert – allerdings beginnt das erste Kassenbuch erst 1889, das Protokollbuch gar erst 1899. Dass es vorher kein Protokollbuch gab, belegt der Beginn des ersten Protokollbuchs: Auch legte er [“Lehrer Schmitt”, aktueller Chorleiter] es in zündenden Worten den Vereinsmitgliedern ans Herz, das Monatsgeld jeden Monat zu erheben, und für genaue Buchführung sowohl in Bezug auf die Beschlüsse des Vorstandes, welche säm(m)tlich zu Protogoll[!] aufgenommen in ein extra dazu eingerichtetes Protogollbuch[!] einzuführen seien, als auch dafür Sorge zu tragen, daß in…