Simon Rosenberger

Simon Rosenberger war mit Herz und Seele Schiedsrichter und Fußballfan, der sich dafür einsetzte, dass das Fußballspiel und die Regeln im ganzen damaligen Deutschland gleich sein sollten. Aber er stieß auf Hindernisse – nicht nur bei Vereinsfunktionären und der Presse, sondern auch innerhalb der Schiedsrichter.

Er war ein Schiedsrichter und Fussball-Pionier und -Förderer mit Leib und Seele, der sich für die Idee einsetzte, dass das Spiel des Fussballs und die Regeln damals in ganz Deutschland gleich ausgelegt werden sollten. Dies war in den 1920er Jahren ein großes Problem, denn nicht nur die vom DFB veröffentlichte Version der Spielregeln wich von den internationalen Regeln ab. Nein, auch die Auslegung der DFB-Regeln variierte von Landesverband zu Landesverband und auch von Schiedsrichter zu Schiedsrichter.

Rosenberger stieß bei seinen Planungen auf Hindernisse – nicht nur bei den Vereinsfunktionären und der Presse, sondern auch bei den Schiedsrichtern.

Der gebürtige Münchner und jüdischstämmige Rosenberger arbeitete in der ersten Hälfte der 1920er Jahre in Stuttgart als Sportjournalist für Kicker in Konstanz und Stuttgart, in der zweiten Hälfte als Gründer und Herausgeber der DFB-Schiedsrichterzeitung in Köln.

Nach seinem Tod im Alter von 46 Jahren waren sich alle bekannten deutschen Fußballstars in ihren Nachrufen sicher, dass Simon Rosenberger immer in Erinnerung bleiben würde.

Doch dem war nicht so.

Die Zeit des Nationalsozialismus und die persönlichen Vorlieben eines einzigen Berliner Schiedsrichters, Carl Koppehel, löschten ihn in den folgenden Jahren vollständig aus dem Gedächtnis. Und das ist auch heute noch der Fall.

Schaffte er es, den Fußball in Deutschland zu vereinheitlichen und damit für Verständnis und Gerechtigkeit zu sorgen, damit der Fußball weiterhin die Massen begeistert und trotzdem fair ist?

<strong>Die so sicher geglaubte Erinnerung an Simon Rosenbergers Erbe ist begraben worden. Aber es ist nicht verloren.</strong>

<a href=“https://dfb.bonifatius.de/2019/SRZ-06-2019/mobile/index.html#p=28″ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“>Der erste Artikel über ihn ist bereits in der DFB-Schiedsrichterzeitung erschienen</a>, und aktuell schreibe ich an seiner ersten Biografie.

Die Biografie möchte an Simon Rosenberger (wieder-)erinnern, an seine Person, seine Leistungen und sein Streben nach Recht und Gerechtigkeit. Sie möchte aber auch mahnen, dass Personen während der NS-Zeit bewusst aus der Geschichte getilgt wurden, sei es auch systematischen oder privaten Gründen. Das Gedächtnis an ihn (und viele andere) wurde von Carl Koppehel während der NS-Zeit und danach aus der Fußballhistoriografie verbannt. Simon Rosenberger war Zeit seines Lebens eine der bekanntesten Personen im deutschen Fußball – außer in Berlin, wo Koppehel der führende Mann des Schiedsrichterwesens war.

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<strong>Sneak peeking die aktuelle Version des Manuskriptes</strong>

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