Schiedsrichtervereinigungen

In England gab es sie ab 1893, in Deutschland ein paar Jahre später: Schiedsrichtervereinigungen.  Simon Rosenberger war Gründungsmitglied der Münchener Schiedsrichtervereinigung, die im Februar 1901, kurz nach seinem 16. Geburtstag, erstmals zusammenkam. Damit war sie eine der ersten, wenn nicht die allererste solche Vereinigung in Deutschland.

 

Boom nach 1920

Durch den Fußballboom nach dem ersten Weltkrieg wurden vermehrt Schiedsrichter benötigt, die jedoch nicht immer für dieses Amt geeignet waren. Es gab Schiedsrichter, die allzu autoritär war und andere, die sich durch die raue Stimmung auf und seitlich den Platz irritieren ließen.

Die wenigsten waren freiwillig Schiedsrichter geworden, sondern übernahmen aus Gefälligkeit oder anderen Gründen das Amt oder mussten pfeifen, weil sie vom Verein oder Verband bestimmt wurden. Entsprechend schlecht besucht waren die Regelabende und entsprechen häufig (60%) blieben Schiedsrichter nicht lange dabei.

Das führte damals wie heute zu Schwierigkeiten bei der Schiedsrichteransetzung.

Schiedsrichtervereinigungen sollten helfen, dass Schiedsrichter auch nach ihrer Ausbildung noch lange Freude behielten, regelmäßig geschult wurden und Gleichgesinnte treffen konnten.

Das waren konkret:

  • Bildung und Förderung
  • Bewertung der Schiedsrichterleitung
  • Erfahrungsaustausch
  • Trainingsmöglichkeiten
  • gesellschaftliche Zusammenkünfte

 

Verbands- und Bundesschiedsricherausschuss

Dabei gab es Schiedsrichtervereinigungen vor allem in Städten mit einer größeren Anzahl an Schiedsrichtern. Diese Ortsgruppen wurden nach und nach in den 1920er Jahren wiederum durch den Verbandsschiedsrichterausschuss organisiert.

Von 1924 bis 1931 gab es auch den ersten Bundesschiedsrichterausschuss des DFB, zu dem auch Simon Rosenberger gehörte. Auf sein Bestreben wurde 1928 ein Mantelgesetz erlassen, dass die teils sehr unterschiedlich strukturierten Schiedsrichtervereinigungen besser organisierte.

Die Aufgaben der Verbandsschiedsrichterausschüsse waren andere als jene der Ortsgruppen

  • aufklärende Aufsätze
  • Behandlung von Regelfragen in der Fach- und Tagespresse
  • Werbearbeit in den Vereinen zum Zweck der Gestellung von Schiedsrichtern
  • Haltung von Vorträgen in den Vereinsversammlungen
  • Stoffbeschaffung für die Schiedsrichterabende der Vereinigungen
  • Kontrolle über die Schiedsrichter
  • Verfolgung der Kritiken
  • Prüfungen
  • Kurse
  • statistische Arbeiten

Mehr zum Bundesschiedsrichterausschuss, der 1924 gegründet und 1931 aufgelöst wurde.