Forschungen zur Vereinsgeschichte

Seit Beginn des Jahres befasse ich mich mit der Vereinsgeschichte des ältesten
Ortsvereins, des Männergesangvereins 1866 Ockenheim. Es sind zwei Protokollbücher, zwei Kassenbücher und für die letzten Jahrzehnte mehrere Ordner überliefert – allerdings beginnt das erste Kassenbuch erst 1889, das Protokollbuch gar erst 1899. Dass es vorher kein Protokollbuch gab, belegt der Beginn des ersten Protokollbuchs:

Auch legte er [„Lehrer Schmitt“, aktueller Chorleiter] es in zündenden Worten den Vereinsmitgliedern ans Herz, das Monatsgeld jeden Monat zu erheben, und für genaue Buchführung sowohl in Bezug auf die Beschlüsse des Vorstandes, welche säm(m)tlich zu Protogoll[!] aufgenommen in ein extra dazu eingerichtetes Protogollbuch[!] einzuführen seien, als auch dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft eine Chronik über die wichtigsten Ereignisse im Vereine geführt werde.

Zitat aus dem Protokollbuch 1899-1937, Seite 3. Mit dem Kassenbuch könnte es ähnlich gewesen sein. Nichts ist verschollen, vernichtet; es gibt einfach kein früheres.

Die in Kurrentschrift und Sütterlin verfassten Einträge habe ich vollständig transkribiert – nur ein paar Stellen bereiten mir noch Probleme. Es wird vermutlich Ende des Jahres als Open Access zur Verfügung gestellt.

Die Einträge in den Protokollbüchern sind – soweit es ich bisher sagen kann – stetig, aber in ihrer Qualität unterschiedlich, abhängig vom jeweiligen Schriftführer als auch politischen, wirtschaftlichen Einflüssen: Für 1914 – 1920 und 1923 – 1925 fehlen die Einträge komplett (während dieser Jahre pausierte auch das aktive Vereinsleben). Während des zweiten Weltkrieges wurden die Einträge sehr spärlich.

Derzeit bin ich beim Verfassen der Geschichte mitten in der NS-Zeit, die jedoch „leider“ nicht im Protokollbuch thematisiert wird. Lediglich, dass ein Parteimitglied ab 1933 erster Vorsitzender wurde, zeigt, dass auch in Ockenheim die Politik nicht vor den Vereinen Halt machte.

Die hauptsächliche Arbeit war weder das Transkribieren noch war und ist es das Zusammenfassen der Ereignisse in schriftliche, zusammenhängende Form: Ich baue vielmehr eine Datenbank auf, die alle überlieferten Personen (nicht nur Vereinsmitglieder) samt Jahreszahl ihrer Nennung und Grund ihrer Nennung erfasst, und ebenso die (erwähnten) Lieder und die jährlich veranstalteten und rege besuchten „Abendveranstaltungen“, die teilweise als Ball, teilweise als Theaterabend für eine positive Bilanz in den Kassenbüchern sorgte.

27. August 2013: Kriegsalltag im Protokollbuch

Schrieb ich zuletzt, die Einträge während des zweiten Weltkrieges waren spärlich? Nun zugegeben, das Vereinsleben ruhte ab 1939 beinahe vollständig, aber immerhin zwölf Seiten wurden in den Kriegsjahren beschrieben; wobei für 1942, 1944 und 1945 keine Einträge vorhanden sind. Hier die Aufzeichnungen des damaligen Schriftführers Johann Siegel zum Krieg sind im Folgenden zusammengestellt (alle aus dem zweiten Protokollbuch, 1937 – 1965):

[S. 15-16/24.09.39] An diesem Tage war bei Mitglied H. [Namen stets abgekürzt] eine Vorstandssitzung einberufen. Der seit dem 1. September herrschende Kriegszustand mit Polen, dem auch der für den 29. August vorgesehen Vereinsausflug zum Opfer fiel, machte es notwendig[,] einige Vorkehrungen zu treffen. Es wurde daher beschlossen, falls der Zustand, der neuerdings auch an der Westfront auszubrechen droht, uns an die Front ruft, hat folgendes[!] zu geschehen: Zur Zeit sind die Übungsstunden eingestellt, und ist aus diesem Grunde sofort die Rechnung des Dirigenten einzuholen. Die sich ergebende Forderung soll, soweit dies zur Zeit möglich ist, sofort gedeckt werde. 2. Wird der Kassenführer „Sangesbruder H. H.“ einberufen, so gibt dessen Ehefrau am darauf folgenden[!] Tage Kassenbuch, und soweit Geld vorhanden, auch dieses an das passive Mitglied P. S. gegen Quittung ab. Herr P. S. soll, wenn vom Vorstand niemand mehr in der Heimat weilt, in Geschäfts-//(Geschäfts-)angelegenheiten sich mit dem Passiven J. R und J. T., ferner mit dem aktiven Sänger H. O. ins Benehmen setzen. 3. Die Frage bezüglich der Weihnachtsveranstaltung ist zur Zeit noch offen.

Es scheint, dass die Vereinsmitglieder besonnen mit der Situation umgingen.

Überraschung oder gar Sorge über den Kriegsausbruch ist in diesen Zeilen nicht zu vernehmen. Aber die Hoffnung wurde in den nächsten Wochen mehr und mehr getrübt:

[S. 16/“Ende Oktober“ 39] Nachdem der Polenfeldzug, „Der Feldzug der 18 Tage“, zu Ende war, nahmen die Feindseligkeiten an der Westfront derart zu, daß sehr viele einberufen wurden.
Der aktive Probenbetrieb blieb ruhen und auch die im September noch für möglich verhaltene Weihnachtsveranstaltung musste abgesagt werden:

[S. 17/26.12.39] Infolge Einziehung mehrerer aktiven[!] Sänger stehen auch im Vereinsleben zur Zeit die sonst üblichen Arbeiten still. Gesangstunden wurden seit Kriegsausbruch keine abgehalten, wie auch die tratitionelle[!] Veranstaltung zu Weihnachten dem Krieg zum Opfer fiel. Nur in einem Punkte war man nicht müßig, denn der Verein gedachte aller seiner zum Heeresdienste einberufenen aktiven und passiven Mitglieder zu Weihnachten.

Die einberufenen Sänger bekamen ein Paket mit Rauchwaren zugesendet. Außerdem wurdem am ersten Weihnachtsfeiertag Grüße des Vereins über den „Reichssender Frankfurt“ verteilt.

Versuche, 1940 wieder regelmäßige Proben abzuhalten, scheiterte bereits nach wenigen Wochen:

[S. 22/irgendwann 1940] Im Laufe des Jahres hatte der Verein sich entschlossen[,] versuchsweise wieder den Gesang[s]stundenbetrieb aufzunehmen. Einige Übungsstunden waren befriedigend besucht, währenddessen wieder andere unzureigend[!] besucht wurden, was auf die Inanspruchnahme der Mitglieder an ihrer Arbeitsstätte zurückzuführen ist. Aus obigen Gründen verzichtete man darauf für die Dauer des Krieges [auf] Übungsstunden abzuhalten. Hoffen wir, daß dieser Krieg bald ein Ende nimmt.

[S. 23/25.12.40] Nun sind wir bei der zweiten Kriegsweihnacht angelangt. Der Verein hat in diesem Jahre 13 seiner Mitglieder unter den Waffen stehen, wovon einige zum Arbeitsdienst gehören. Allen seinen einberufenen Mitgliedern gedachte auch in diesem Jahre der Verein und übersandte ihnen eine kleine Gabe. Einige von den Sängern sind dieses Jahr gezwungen[,] im besiegten und besetzten Frankreich das Weihnachtsfest zu feiern. Bei ihnen allen weilen wir im Geiste und wünschen ihnen eine baldige frohe Heimkehr. Der von den in der Heimat weilenden Sängern gestiftete Betrag ergab eine Summe von 30,50 M[.], sodaß auch diesmal der Betrag beinahe reichte[,] Einkäufe für Weihnachtspakete zu tätigen. Allen Mitgliedern weiß die Vereinsführung Dank. Hoffen wir, daß das Jahr 1940 uns die letzte Kriegsweihnachten brachte.

Wie wir wissen, wurde Siegels wiederholt geäußerter Wunsch auf eine baldige Beendigung des Krieges nicht erhöht.

[S. 24/24.08.41] Heute, am 24. August 1941[,] sind es nahezu zwei Jahre [daß][!] daß über unser liebes Vaterland der Krieg hereingebrochen ist. Von aktiven Sängern sind nur noch sehr wenige zuhause[!], während die Mehrzahl für Deutschlands ehre an den vielen Fronten im Westen und Osten steht, die übrigen Abwesenden sind im Wehrbetriebe dienstverpflichtet oder bei der Reichsbahn auf fernen Posten. Eine Generalversam(m)lung wurde in diesem Jahre, da ja alle Vereinstätigkeit ruht, nicht abgehalten.

Das liebe Vaterland, über dem der Krieg hereingebrochen war, war nun mitten im Krieg. Keine hoffenden Wünsche sind mehr zu vernehmen. Vielmehr wurde Siegel sehr durch den Krieg beansprucht, wurde aber nicht eingezogen, sofern ich es bisher beurteilen kann. Daher datierte der letzte Eintrag zum Krieg und generell bis zum Ende des Krieges erst wieder von 1943:

[S. 25/November 1943] Noch immer tobt der Krieg. Von aktiven Mitgliedern ist nahezu keines mehr zuhause[!] und an die Abhaltung der gewohnten Übrungsstunden ist nicht mehr zu denken. Für den Schutz der Heimat und des deutschen Liedes sind auch unsre Sänger einberufen. J. G. ließ am 13. Juli 1941 im Osten sein Leben, während ihm der aktive Sänger H. O. am 15. Juli 1942 folgte. In der Aufzeichnung ist eine große Lücke, da lange Zeit auch der Schriftwart abwesend war […].

und kurz danach:

[S. 26/28.11.43] Den 30 Mitgliedern, die unter den Waffen stehen[,] schrieb der Verein in Ermangelung von Gaben einen Weihnachtsgruß.

10. September 2013: Aufarbeitung des ersten Protokollbuches abgeschlossen

Die Dokumentation zur Edition der ersten Protokollbuches und Kassenbuches ist abgeschlossen: Für den Zeitraum von 1893 bis 1937 sind insgesamt 280 Namen von Vereinsmitglieder (die meisten davon Aktive), 80 genannte Lieder sowie alle im Protokollbuch geschilderten Ereignisse und der Vorstand dokumentiert. Außerdem sind alle erwähnten Theaterstücke, die bei diversen Abendveranstaltungen aufgeführt wurden in meiner Datei aufgelistet.

Personenverzeichnis

Das Personenverzeichnis dient für anschließenden prosopographische Untersuchungen. Dank noch lebender Zeitzeugen oder Nachkommen wird meine Datenbank hoffentlich noch stark wachsen.

Übersicht über die gesungenen Lieder

Die Übersicht enthält nur die erwähnten Lieder und damit nur eine kleine Auswahl. Auch hier schließen sich weitere Forschungen zu den Komponisten der diversen Lieder an. Einige Liederbücher des Männergesangvereins 1866 sind überliefert. Hier könnte man das ein oder andere der Lieder wiederfinden. Waren die Stücke leicht oder schwer einzustudieren? Solche Feinheiten würden die Untersuchungen ergänzen.

Fast jährliche Abendveranstaltungen

Fast an jedem zweiten Weihnachtsfeiertag und in manchen Jahren auch an Ostern oder einem anderen Termin im Jahr fanden Abendveranstaltungen statt.

Die weihnachtliche Veranstaltung bis auf wenige Ausnahmen immer ein Theaterabend. Alternativ, besonders zu den Osterveranstaltungen, fand ein Ball statt, selten ein reiner Liederabend. Für ungefähr die Hälfte der Theateraufführungen sind die Titel genannt: Meist wurde ein ernstes Theaterstück und zwei bis drei „Lustspiele“ aufgeführt, oft von einzelnen Liedbeiträgen des Chores unterbrochen. Leider wurden nur selten die Akteure des Abends erwähnt.

Angesichts der zahlreichen Daten wird in meiner Vereinsgeschichte ein gesondertes Kapitel zu den Abendveranstaltungen die Hauptkapitel ergänzen – sowohl in Prosaform als auch in chronologischer und alphabetischer Ordnung. So können Vereinsangehörige, wohl die hauptsächlichen Interessenten meiner Vereinsgeschichte, sich und ihre Angehörigen und Vorfahren wiederfinden.

Chronologie für die schnelle Überprüfung

Die erwähnte Chronologie aller erwähnten Ereignisse des Vereins dient in erster Linie mir selbst: Es erleichtert mir das Nachschlagen und nochmalige Überprüfen von Ereignissen ohne das Protokollbuch oder die Edition querlesen zu müssen. Die Unterteilung in Art der Geschehnisse (Auftritt, Generalversammlung, Abendveranstaltung) macht zudem eine statistische Auswertung dieser möglich.

Weitere Vorgehensweise für das Projekt

In den folgenden Wochen werde ich in gleicher Weise das zweite Protokollbuch, das in den Jahren 1937 bis 1965 beschriftet wurde, und das zweite Kassenbuch auswerten, aber nicht mehr transkribieren: Es wurde in lateinischer Schrift verfasst. Für die Jahre danach, insbesondere die 100jährige Vereinsfeier, wurden die Schriftstücke in Ordnern archiviert. Wenigstens die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte bis zu dieser Feier möchte ich bis zum 2. Advent erledigt haben und meine Ergebnisse auf der internen Weihnachtsfeier präsentieren (und hoffentlich ganz viel prosopographische Hilfe bekommen!).

30. September 2013: Die Wiedergründung 1947

Nachdem während des Dritten Reiches mache Vereine verboten, manche mit anderen zusammengeschlossen worden waren, kam es in den Jahren nach 1945 zu einer Reihe von Wiedergründungen von Vereinen. Leider gibt es keine Untersuchung zu den Vereinswiedergründungen, die allgemeinen Charakter besitzt; vielmehr existieren mehr oder minder wissenschaftliche Untersuchungen zu einzelnen Vereinen, die jedoch nicht in Relation mit anderen gesetzt werden. So fällt es mir derzeit schwer, die Wiedergründung des MGV 1866 im Jahre 1947 zu beurteilen.

Die „Wiederverselbstständigung“

In Folge der Gleichschaltung während der nationalsozialistischen Diktatur wurden die beiden Männergesangvereine Ockenheims, der MGV 1866 und dessen spätere Abspaltung, der MGV 1903 Einigkeit, zum MGV 1866 Einigkeit zusammengeschlossen. Dieser Verbund hielt allerdings nur drei Jahre. Auf die Gründe für die „Wiederverselbstständigung“ der Vereine werde ich an späterer Stelle eingehen; derzeit beruhen sie noch auf Spekulationen. „Wiederverselbstständigung“ ist der Begriff für die Aufteilung des zusammengeschlossenen Vereins in seine vorherigen Vereinsstrukturen, der im Protokollbuch des MGV 1866 in diesem Kontext immer wieder verwendet wird.

Die Wiedergründung im Frühjahr 1947

Während der Kriegsjahre wurde auf Grund der „zeitbedingten Passivität des Vereins“, wie es Schriftführer Johann Siegel nannte (2. Protokollbuch, S. 26) nur wenige Einträge vorgenommen. Nach über drei Jahren ohne Einträge resümierte er am 27. Februar 1947: „Nun ist der Krieg zu Ende, ein neuer Zeitabschnitt beginnt und alle Vereinstätigkeit ruhte längere Zeit.“ (S. 26) und ergänzte: „Nach vielen Bemühungen ist es nun endlich wieder soweit, dass der Verein durch die zuständige Behörde die Genehmigung der Wiederbetätigung erhielt“ (S. 26). Die endgültige Bestätigung ließ zwar bis zum 14. April 1947 auf sich warten, doch versammelten sich die Vereinsmitglieder schon am 2. März, um sich wieder zu gründen und einen neuen Vorstand zu wählen. Er setzte sich aus Hans Siegel (1. Vorsitzender), Johann Baptist Hüneborn (2. Vorsitzender), Josef Feser (Schriftführer), Philipp Weinheimer (Kassierer), Franz Siegel (Archivar), Jakob Eckert und Georg Fleck (beide Beisitzer). Neben dem komplett neu besetzten Vorstand wechselte auch der Chorleiter: Franz Lizius, der über 40 Jahre den Verein geleitet hatte, sagte dem Verein mit Hinweis auf sein Alter ab. Ihn löste der „junge, talentierte“ (S. 28) Philipp Gresch ab. Die erste Chorprobe wurde am Dienstag, den 8. April 1947 gehalten.

Wieder im Choralltag

Der erste Auftritt des Vereins fand zwei Monate nach Probenbeginn statt: Bei dem 60jährigen Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Ockenheim am 21. und 22. Juni, einer „schlichten Feier“ (S. 29), wie der neue Schriftführer vermerkt, trat der Verein sowohl samstags abends beim Kommers als auch sonntags bei der Feier mit je zwei Liedern auf: „Trennung“, „Fahr wohl du schöner Maientraum (2x), „Abschied des Handwerksgesellen“. Die nachfolgenden Termine des Vereins erinnern an die Vereinsereignisse vor dem Krieg – schnell fand man zur alten Routine zurück, studierte aber auch einige neue Lieder ein: Der Chor gab den Firmlingen ein Ständchen, veranstaltete einen Ball, die weihnachtliche Theateraufführung, die Kappensitzung und nahm auch an dem örtlichen, neu initiierten Winzerfest mit Gesangdarbietung teil. Es gab den Vorstandsbeschluss, künftig bei Feierlichkeiten keinen Blumenstrauß zu schenken, sondern ein bleibendes Geschenk in Form einer Küchenuhr. (Auch hier wäre eine komparativistische Untersuchung mit anderen Vereinen in der Nachkriegszeit sinnig: Warum gerade eine Küchenuhr und kein wechselndes Küchenutensil? Woran lag der besondere Wert und Sinn? Gab es überhaupt einen solchen?)

Vergleich mit dem Kirchenchor

Da ich 2005 für das 125jährige Stiftungsfest des Kirchenchores Cäcilia Ockenheim aus deren Protokollbücher die Chronik des Kirchenchores erarbeitete, kann ich zumindest den MGV zumindest mit diesem Chor vergleichen – und auch wieder nicht, denn der Kirchenchor wurde formell nicht neu gegründet. Zwar wurde ab 194o/41 der Probenbesuch  schwächer, aber über die Kriegsjahre wurde er als reiner Frauenchor weitergeführt. Schon 1946 probte er wieder als gemischter Chor. Ein weiterer Vergleich mit dem MGV ist in dieser Hinsicht nicht möglich.

In einer Rückschau zu den Jahren 1941-1945 schreibt Schriftführer Philipp Weinheimer, dass 16 der 17 aktiven Sänger einberufen wurden, von denen sechs fielen und sechs weitere bis 1945 noch nicht heimgekehrt waren. Beim MGV 1866 waren es sechs Gefallene und sieben weitere Tote, die der dortige Schriftführer, Johannes Siegel, erwähnte. Philipp Weinheimer erwähne ich an dieser Stelle nicht ohne Grund: Er war schon seit 1936 Mitglied des MGV 1866 und nach der Wiedergründung, wie bereits geschrieben, Kassierer. Bei der Generalversammlung 1950 wurde er zum Schriftführer gewählt und begleitete dieses Amt für 31 Jahre.